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Schlimme Buben ...

schlimme buben

Am 18. November 2014 hielt Herr Dr. Clemens Schlegel, Leiter des Praktikumsamtes der LMU in München, an der Mittelschule Markt Schwaben einen Vortrag zum Thema „Schlimme Buben, brave Mädchen“.

Bereits vor 10 Jahren ergab eine Studie, dass die Anzahl der Verhaltensauffälligkeiten bei Buben deutlich erhöht ist. Dies ist laut einer aktuellen Studie auch heute noch der Fall.

Außerdem belegen Forschungsergebnisse, dass mit der Höhe des Schulabschlusses der Anteil der Mädchen stark zunimmt. Buben wiederholen häufiger eine Klasse als ihre Altersgenossinnen. Sind die Jungs also dümmer? Bestimmt nicht, aber: Schlechte Noten beeinflussen die Leistungsfähigkeit, und die Schulmotivation nimmt bei Buben ohnehin schneller ab.

Warum ist das so? Herr Dr. Schlegel erklärt hier, dass man nicht zwischen „Sex“ und „Gender“ trennen darf. Unterschiede im geschlechtstypischen Verhalten sind nicht nur erlernt, sondern auch genetisch bedingt. Männer sind dabei eher durchsetzungs- und wettbewerbsorientiert, während sich Frauen durch Geduld und Personenorientierung auszeichnen.

Buben haben also hauptsächlich deshalb in der Schule Probleme, weil sich sämtliche Verhaltenscodices stärker an weiblichen Bedürfnissen und Fähigkeiten orientieren. Daraus ergibt sich für die Jungen eine Motivationsproblematik. Obendrein fehlen ihnen in einer überwiegend von Frauen dominierten Bildungsumgebung realistische männliche Sozialisationsvorbilder.

Lösungsansätze kann ein Ausbau der Ganztagesschulen bringen, mit einem speziell auf Jungs zugeschnittenen Freizeitangebot. Auch die Stärkung der Medienerziehung und die Elternaufklärung könnten hier Hilfe leisten. Wann immer es geht, sollen Männer in die Schulen geholt werden (Väter als Experten, Jungen als Schulwegbegleiter). Wie wäre es darüber hinaus mit einem „Boys’ Day“?

Zuletzt wurden wir darüber informiert, dass Motivation nur unter drei Bedingungen gelingen kann: Autonomie, Kompetenz und soziale Nähe.

Unterschiede zwischen Mädchen und Buben sind keine Erziehungsfehler, sondern auch Chance und Herausforderung für uns alle: Kinder sollen irgendwo auch noch das Recht haben, so zu sein, wie sie sind.

Vielen Dank, Herr Dr. Schlegel, für diesen interessanten und äußerst kurzweiligen Nachmittag!